Urban beekeeping: Bienen in der Stadt

Foto: Fotos_von_Carlos auf flickr

Das Imkern in der Stadt geht auf Jean Paucton zurück. der 1982 Bienen in Paris ansiedelte (Foto: Fotos_von_Carlos auf flickr)

„An der amerikanischen Westküste sind fast 60 Prozent der Bienenvölker kollabiert, an der Ostküste und in Texas sind es mehr als 70 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Bundesstaaten ist betroffen und Teile Kanadas. Dasselbe passiert auch in Spanien und in Polen“ schrieb die Süddeutsche im Mai 2010. Vier Jahre ist es her, seit die Schreckensnachricht um die ganze Welt ging und ein globales Umdenken einsetzte. Seitdem lässt uns das rätselhafte Bienensterben keine Ruhe mehr.

Klar ist heute, dass von den 100 Nahrungspflanzen, die für 90 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion sorgen, 71 von Bienen bestäubt werden. Gut ein Drittel unserer Nutzpflanzen sind also auf die schwarzgelben Tiere angewiesen. Monokulturen, Insektizide und Pestizide dezimieren jedoch die Population. Gab es 1950 im Schnitt noch 2 Mio. Bienenvölker, sind es heute nur noch 750 000.

Aber: Das Imkern hat sein verstaubtes Image verloren und boomt gerade vor allem in den Großstädten. Allein im Berliner Stadtgebiet ist die Zahl der Imker von 2012 bis 2013 um zwölf Prozent gestiegen, in Hamburg um mehr als acht Prozent. Das ist auch kein Wunder, denn Städte bieten den fleißigen Sammlern mehr Abwechslung und ein günstigeres Klima als das Land. Hier können sie im Frühjahr zeitiger loslegen und bis in den Herbst hinein touren. Aber auch hier benötigen die Sumser unsere Unterstützung.

Hilfe für die Bienen

(Foto: BMEL)

Die Bienen-App beinhaltet ein Lexikon mit bienenfreundlichen Pflanzen und klärt über Bienen, Hummeln und Co. auf (Foto: BMEL)

„Wir brauchen mehr bienenfreundliche Pflanzen in unseren Gärten und auf den Balkonen“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der die Initiative „Bienen füttern“ ins Leben rief. Er möchte die Bevölkerung für die Bedeutung der Bienen sensibilisieren und mehr Blühpflanzen auf Balkone, Terrassen und in die Gärten bringen. Dafür hat er eine Liste mit geeigneten Bienenpflanzen erarbeitet. Ausgesucht wurden bewusst einfache Arten, die beispielsweise im Gartencenter erhältlich sind.

Teil dieser Initiative ist auch eine Bienen-App, die ab Anfang Mai auch auf Android-Smartphones erhältlich ist. Sie beinhaltet ein Lexikon mit mehr als 100 bienenfreundlichen Pflanzen, in dem über verschiedene Merkmale wie Blütenfarbe, Blühzeit oder den besten Standort der Pflanzen informiert wird. Außerdem gibt sie viel Hintergrundwissen über Honigbienen, Wildbienen oder Wespen sowie ihre Gewohnheiten. Ein Wissensquiz rundet das kostenlose Angebot ab.

Wer in der Stadt lebt und Bienen halten will, ist mit der Bienenbox gut beraten. Der Holzkasten ist ungefähr so groß wie ein Balkonkasten und kann auch so aufgehängt werden (ca. 200 €). Allerdings sollten die Nachbarn vorgewarnt werden – außerdem müssen Bienenvölker beim Veterinäramt angemeldet werden.

Im ländlichen Raum sieht die Situation düsterer aus, deshalb wurde jetzt die Politik aktiv: Kürzlich hat der Bundesrat beschlossen, dass auf sogenannten ökologischen Vorrangflächen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger eingesetzt werden dürfen. Diese Maßnahme ist ein Bestandteil des „Greenings“ im Rahmen der neuen EU-Agrarpolitik, die im Januar 2015 europaweit in Kraft tritt.

Bienen in Transition Towns

Natürlich haben sich auch die Transition Initiativen des Themas angenommen:

Die TTI-Frankfurt baut ein eigenes Bienenhaus und gestaltet einen Bienenweidengarten.
Die TTI-Gütersloh hat Bienen angeschafft und schaut dem Imker regelmäßig über die Schulter.
Die TTI-Grafing organisierte am 16.05.2014 einen Filmabend zum Bienensterben.
Die TTI-Erfurt gab am 01.06.2014 einen Zukunftsspaziergang zu einem Stadtimker.

Darüber hinaus informieren zahlreiche weitere TTIs ihre Mitglieder und andere Interessierte mit Themen- und Filmabenden.

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Urban beekeeping: Bienen in der Stadt

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