Neue Studie belegt: Heizöl-Preise explodieren

Foto: GreenRon auf flickr

Neue Studie zu steigenden Preisen (Foto: GreenRon auf flickr)

Eine unabhängige Studie belegt, dass mit Erreichen des Ölfördermaximums nicht nur umweltpolitische Konsequenzen einhergehen. Der explodierende Heizölpreis bedroht 12 Millionen deutscher Haushalte.

Die Energiewende der Bundesregierung begegnet den drängendsten Problemen des Klimawandels mit dem Atomausstieg, dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Förderung von Elektroautos. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) haben dabei nur die Strompreise und den Ökostrom im Blick. Eine gestern veröffentlichte Studie des Forschungs- und Beratungsbüros EnergyComment enthüllt, dass dieser verengte Aktionsradius sozialpolitische Gefahren birgt.

„Die Rohölpreise haben sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht“, stellt Dr. Steffen Bukold, Leiter von EnergyComment, in seiner von den Grünen in Auftrag gegebenen aktuellen Studie fest. „Dadurch ist Heizöl zur Preisfalle für 12 Millionen deutsche Haushalte geworden: Die Heizölpreise stiegen in den letzten 10 Jahren um 153%. 2012 war das teuerste Heizöljahr der Geschichte.“

Rohölpreise Bukold-Studie

In Deutschland stieg der Rohölpreis aufgrund des schwachen Euros sogar noch schneller (Quelle: Bukold-Studie)

Da Heizöl vor allem in schlecht gedämmten Wohnungen und älteren Einfamilienhäusern zum Einsatz kommt, „wird Heizöl nicht nur zu einer klimapolitischen Herausforderung, sondern auch zu einem drängenden sozialpolitischen Problem, denn einkommensschwächere Familien und ältere Menschen sind besonders häufig betroffen.“

Die Studie kritisiert außerdem, dass die staatliche Energie-, Verkehrs- und Wirtschaftspolitik zur Zeit ohne ein belastbares Szenario zur langfristigen Ölpreisentwicklung agiere. „Diese Haltung ist schwer nachvollziehbar, wenn gleichzeitig mit Hinweis auf das Wirtschaftlichkeitsgebot die Weichen gegen eine raschere Gebäudesanierungspolitik und gegen den zügigeren Ausbau erneuerbarer Energien gestellt werden.“

Die Prognose ist alarmierend: Der Autor der Studie geht davon aus, dass die Heizölpreise von 35 Cent/Liter (2002) über 90 Cent/Liter (2012) weiter auf 131 Cent/Liter im Jahr 2020 und 184 Cent/Liter im Jahr 2030 klettern werden. Bukold rät der Bundesregierung deshalb dringend, zum einen die Wärmesanierung der Gebäude voranzutreiben, um so die Wärmenachfrage zu drosseln; danach eine Effizienzsteigerung der Heizanlagen vorzunehmen, etwa indem veraltete Heizungen durch regenerative Energien ersetzt werden.

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