Transition 2.0: So beginnt also eine Transition-Gruppe

Foto: Metro Centric auf flickr

Transition gibt es auch in Freiburg im Breisgau (Foto: Metro Centric auf flickr)

Transition ist ansteckend, und zwar für Jung und Alt. Jetzt soll in Freiburg-Zähringen eine neue Transition-Gruppe entstehen. Aus diesem Grund haben die aktiven Mitglieder der Freiburger Transition Town Initiative e.V. den Film „In Transition 2.0“ von Nils Aguilar gezeigt. Ich war dort und habe während der anschließenden Diskussionsrunde einige faszinierende Beobachtungen gemacht.

Ein herzliches Willkommen

Es riecht nach frisch aufgebrühtem Tee; darüber schwebt das dezente Aroma von Waschnüssen. Drei Transitioners begrüßen Vanessa, mich und Hündin Paula, die auch mit rein darf. Es ist kurz vor 19 Uhr am Freitagabend in Zähringen, in einem fast leeren Saal im Quartierstreff. Hier soll also gleich der Einführungsabend der Transition Initiative Freiburg beginnen. Nun ja, viele sind ja nicht gekommen, bis jetzt nur zwei nette ältere Damen, die es sich an der Heizung gemütlich gemacht haben. Aber langsam trudeln immer mehr ein. Als Sarah von der TI-Freiburg das Wort ergreift, sind mit 18 Gästen immerhin 2/3 der Stühle besetzt.

„Wir möchten die Transition Bewegung in die Stadtteile bringen“, erklärt Sarah, die mit ihren kaum gebändigten Locken sympathisch wirkt. „Freiburg ist zu groß und anonym. Fuß fassen kann die Bewegung eher im kleineren Rahmen – in Vierteln oder sogar nur in Straßen.“

Für die Zähringer ist dies der zweite Transition-Einführungsabend. Von den Teilnehmern des ersten Treffens sind heute immerhin gut die Hälfte wiedergekommen. Sie begrüßen sich mit Umarmungen und Küsschen, eine herzliche Atmosphäre entsteht.

Foto: tillwe auf flickr

Transition soll in Stadtteilen fruchten (Foto: tillwe auf flickr)

Transition 2.0

Der Film zeigt verschiedene Transition-Gruppen weltweit und gibt Tipps zum erfolgreichen ‚Wandel‘. Damit richtet er sich vor allem an aktive Initiativen. Seine Botschaft: „Hey, manchmal ist es schwierig, aber bleibt dran! Schaut her, hier und dort haben sie auch Probleme – und sie überwunden.“ Hintergrundinformationen kommen dabei leider etwas zu kurz, aber das Ziel wird auf jeden Fall erreicht: Inspiration. Motivation. Hoffnung.

Von Begeisterung bis Skepsis

Nach dem Film rücken wir alle zu einem Stuhlkreis zusammen. Sarah, die die Dokumentation auch zum ersten Mal gesehen, ist noch ganz bewegt und fordert uns auf, unsere Eindrücke zu schildern. Unbehagliches Schweigen entsteht, wie so oft in solchen Situationen. Die frühlingshaften Tulpen in der Mitte des Kreises wollen auch nichts sagen.

Annelise aus Zähringen fasst sich schließlich ein Herz. „Mich hat es sehr beeindruckt, was Menschen bewirken können!“ Das findet auch Susanne. „Wie unterschiedlich die Menschen sind, die bei Transition zusammenkommen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen!“ Motiviert sind alle, trotzdem bleiben Zweifel bestehen. „Wenn in unserer Straße jemand anfängt, Gemüse anzubauen, weiß ich nicht was die Nachbarn davon halten“, meint Bettina, und packt ihre Skepsis in ein Lachen. „Unsere Stadt ist sehr konservativ. Ich glaube, wir haben Angst davor auf Verbote und Ablehnung zu stoßen“, gibt Annelise ihr recht.

Foto: TT-Freiburg.de

Urban Gardening in Freiburg (Foto: TT-Freiburg.de)

Dennoch sind den Zährigern einige Ideen gekommen, die sie umsetzen möchten. Gemeinsam gärtnern wollen sie, aus einer alten Jeanshalle einen Treffpunkt für den ganzen Stadtteil machen, vielleicht auch genossenschaftliche Läden gründen. Sarah hält die Begeisterung fast zu lange im Zaum, möchte noch ein bißchen mehr über Eindrücke und Gefühle sprechen. Erst zehn Minuten vor Schluss löst sie die Gruppen auf. Die Zähringer beraten sich über konkrete Projekte, wir übrigen diskutieren in der Küche über die größeren Zusammenhänge von Transition. Dabei kommen wir recht schnell zu politischen, gesellschaftlichen und sozialen Problemen in Deutschland. Simon von der TI-Freiburg fängt unsere Zweifel und Sorgen mit einem Augenzwinkern auf. „Dafür gibt es ja Idealisten wie uns, die daran arbeiten, den Traum einer besseren Zukunft in die Tat umzusetzen.“ Hut ab vor soviel Optimismus.

Stimmen der Hoffnung

„Der Film hat gezeigt, dass die Menschen überall auf der Welt die Sehnsucht verspüren, hinter ihrem Gartenzwerg hervorzukommen.“ (Davide)

„Ich möchte die Menschen in meiner Umgebung kennenlernen und ein Heimatgefühl bekommen. Transition scheint mir das zu ermöglichen, also bin ich dabei.“ (Helene)

„Es ist toll, dass sich Menschen überall auf der Welt zusammenschließen, um sich gegen die bestehenden Verhältnisse zur Wehr zu setzen.“ (Andreas)

„Ich komme gerade aus einer Stadtratsitzung und bin ziemlich frustriert, weil da nur geredet wird. Deshalb bin ich hierher gekommen: Von den Transitionern weiß ich, dass sie tatsächlich etwas bewegen.“ (Rudi)

P.S. Für alle, die sich über die Bebilderung wundern:

Doch, ich habe Fotos gemacht. Aber: Auch wenn keine Speicherkarte im Fotoapparat eingelegt ist, tut er so als ob er Bilder macht. Nur kann man die dann am nächsten Morgen nicht in den Blog einbauen…soviel zu mir und der Technik. Ich gelobe Besserung!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Transition 2.0: So beginnt also eine Transition-Gruppe

  1. Pingback: Filmabend In Transition 2.0 in Zähringen - Transition Town Freiburg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s