Transition und ich: mein Erweckungserlebnis

Auftakt Burda Journalistenschule

Mein Jahrgang an der Burda Journalistenschule (Foto: Burda)

Raus aus den Gummistiefeln, rauf auf den Burda-Media-Tower: In der Burda-Journalistenschule fingen am 01.Oktober 2012 24 Volontäre an, darunter wir drei Mädels aus der Garten-Redaktion. Meinen Kolleginnen Leonie und Vanessa verdanke ich es, dass ich überhaupt zur Transition gekommen bin. Und das war so…

Die drei aus dem Garten

Unter all den schicken Mode-Profis aus München fühlten wir uns erstmal ziemlich fehl am Platze. Mit Stars und Sternchen hatten wir wenig im Sinn, sie konnten mit Gärtnern und Dekorieren ebenso wenig anfangen. Klar, dass wir uns zusammengetan haben und den Vorurteilen mit einem Besuch im Kommunalen Kino trotzen wollten.

Und da lief ‚Voices of Transition‘. Erstmal überwältigend, Bilder, Leute, Informationen. Ich hatte bis dato noch nie etwas von Monokultur gehört (oder in der Schule nicht aufgepasst, was wahrscheinlicher ist), ganz zu schweigen von Permakultur, Peak Oil und Resilienz. Aber der Film erklärt das alles ziemlich gut, so dass auch Greenhorns wie ich das verstehen. Zu begreifen, wie es tatsächlich um unsere Welt bestellt ist und was da so alles falsch läuft, war schon ziemlich heftig. Aber die Transition Bewegung setzt diesem Schock zwei klare Statements gegenüber: 1.) Wir können unsere Welt noch retten, und 2.) Wir sind schon dabei. Jetzt. Überall.

Die Pessimistin bricht auf, die Welt zu retten

Es schien also doch noch Menschen zu geben, für die iphone, facebook und Dschungelcamp NICHT Lebensinhalt sind. Die dem virtuellen Konsum sinnloser Statusmeldungen intelligente Gedankengebäude und konkrete Pläne zur Rettung der Welt entgegensetzen. Klar, dass ich da mitmachen muss! Interessiert an grünen Themen war ich ja schon länger, aber nicht inspiriert genug, um meiner pessimistischen Grundhaltung ‚Ich kann sowieso nichts ändern‘ etwas entgegen zu setzen.

Aber wo anfangen? Eine Biokiste vom lokalen Bauern bestelle ich schon (Stichwort Resilienz und lokale Wirtschaft – check). Auch zur Arbeit fahre ich mit dem Zug statt mit dem Auto (Stichwort CO2-Ausstoß – check). Da muss doch noch mehr drin sein. Die nächsten Artikel für die Journalistenschule schrieb ich also über Transition, recherchierte, knüpfte erste Kontakte… Leider gibt´s bei uns keine Transition Initiative. Wir wohnen auf dem Land (manche würden sagen ‚am Arsch der Welt‘) in einer ländlichen Region – weit und breit keine Stadt mit Idealen in Sicht.

Aber ich kann schreiben. Zum Beispiel einen Blog. Also ziehe ich Rob Hopkins´ Punkt 5 der Transition-Gründung vor und verbreite die Ideen in der virtuellen Welt. Das ist der Plan. Das optimistische, nur ein bißchen utopische Ziel.

Und weil ihr schon so viel Theoretisches über Transition erfahren habt, kann ich euch einen Kinobesuch nur empfehlen: ‚Voices of Transition‘ läuft in den nächsten Monaten in vielen deutschen Städten. Hier seht ihr wann der Regisseur mit seinem Film auch zu euch kommt: Tourdaten.

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2 Gedanken zu “Transition und ich: mein Erweckungserlebnis

  1. Ich fand den heutigen Beitrag sehr interessant, weil er die Entstehungsgeschichte des Blogs beschreibt. Bei dem Titel bin ich allerdings zusammengezuckt: Aus meiner Sicht ist es nicht opportun, Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit quasi-religiösen Termini in Verbindung zu bringen. Das weckt bei mir den Eindruck einer sektenartigen Organisation oder einer Gutmenschen-Bewegung mit Sendungsbewusstsein, aber das reicht nicht aus, wenn wir den nachfolgenden Generationen noch etwas von unserer Erde übriglassen wollen. Ich kenne den Film nicht, daher weiß ich nicht, worauf er im Einzelnen abzielt, aber spricht die Bewegung auch so unangenehme Themen wie weltweite Geburtenkontrolle an? Wenn die Erdbevölkerung im aktuellen Tempo weiterwächst, reicht ökologisches Bewusstsein und das Gemüse aus dem eigenen Garten an einigen priviligierten Orten der Erde nicht aus, um den Raubbau aufzuhalten. Und das ist nur eine unbequeme Wahrheit.

    • Liebe Peregrina,
      ich habe den Titel gewählt, obwohl ich mir der religiösen Konnotation bewusst bin – aber nicht, um daran anzuknüpfen. Es erschien mir jedoch als passendes Wort für das, was in mir vorgeht. Tatsächlich kommt es mir so vor, als liefe ich auf einmal mit einem völlig neuen Blick durch die Gegend. Es versetzt mich immer wieder in Staunen, was so alles schief läuft und mit welch riesen Schritten wir auf eine Katastrophe zusteuern. Aber genauso verwundert es mich, wie viel bereits unternommen wird – jedenfalls im bürgerlichen Rahmen (s. Gespräch in der Regionalbahn, buy local Initiativen hierzulande, städtischer Gemüseanbau etc).
      Ich glaube, dass wir uns momentan in einer Umbruchssituation befinden. Sehr vielen Menschen ist bewusst, dass sich etwas verändern muss. Ob das Engagement Einzelner, Gruppen oder ganzen Ländern allerdings am weltweiten Katastrophenkurs etwas ändern können, vermag ich nicht zu sagen. Aber es wäre jedenfalls ein guter Anfang – und allemal besser als zu resignieren.

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