Kritischer Film „Do the math“: In Amerika formiert sich der Klimaschutz!

Klima-Demo USA (Foto: Sasha Y. Kimel auf flickr)

Auch in den USA demonstrieren immer mehr Menschen für verantwortungsbewusste Umweltpolitik (Foto: Sasha Y. Kimel auf flickr)

Von wegen Amerika würde der allgemeinen Aufbruchsstimmung in Sachen Klimawandel und Peak Oil hinterher hinken! Auch jenseits des Ozeans formiert sich eine Umweltbewegung, die mit ganz ähnlichen Fakten argumentiert wie hierzulande die Transition Town Bewegung. Vorreiter Bill McKibben kommt jedoch zu anderen Schlüssen als Rob Hopkins.

Umweltaktivist Bill McKibben hat die Bevölkerung der USA mit aufsehenerregenden Aktionen wachgerüttelt. Dabei ist der Autor von ‚The End of Nature‘, eines der ersten Bücher über den Klimawandel, nicht gerade der geborene Aktivist. „Tatsächlich wollte ich nicht so stark ins Licht der Öffentlichkeit treten“, sagt er in seinem neuesten Film ‚Do the math‘. „Aber ich glaube, dass es für viele von uns nötig wird, Dinge zu tun, die uns schwer fallen. Wir müssen unbequem werden.“ Seine Motivation dafür ähnelt Rob Hopkins Überzeugung: „Wir sind nicht mehr in der Lage, die globale Erwärmung aufzuhalten. Wir können nur noch versuchen die Katastrophe einzudämmen.“

Bill McKibben (Foto: snre auf flickr)

Bill McKibben gilt als der einflussreichste Vordenker in den USA (Foto: snre auf flickr)

Eine NASA-Studie hat herausgefunden, dass wir mit einer maximalen CO2-Konzentration von 350 ppm in der Erdatmosphäre eine Zukunft haben. Das Problem ist, dass wir heute 395 ppm CO2 in der Atmosphäre haben, bei steigender Tendenz. Deshalb hat Bill McKibben im März 2008 die internationale Kampagne 350org gegründet, die weltweite Aktionen zum Thema Klimawandel organisiert und sich für eine Reduzierung des CO2-Gehalts einsetzt.

Nicht nur für Mathegenies:

Alles dreht sich um eine Zahl, die bei der Klimakonferenz in Kopenhagen festgelegt wurde: Wenn sich die Welt um 2 Grad erwärmt, haben wir zwar mit einigen Umwälzungen zu rechnen, aber der Mensch kann weiterleben. Damit es bei diesen 2 Grad bleibt, dürfen wir nicht mehr als 565 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre blasen. „Das klingt viel, ist es aber nicht“, sagt Bill McKibben. „Denn wir blasen bereits jetzt 30 Gigatonnen pro Jahr hinauf, und das mit einer steigenden Rate von 3 Prozent. In fünfzehn Jahren werden wir die Grenze überschreiten.“

Anders als Rob Hopkins argumentiert er mit den vorhandenen Mineralölreserven auf der Welt. 2795 Gigatonnen Rohöl seien noch vorhanden, so Bill McKibben. „Wenn wir diese Reserven aufbrauchen, werden wir die Erde damit um 4-6 Grad erwärmen.“ Und danach sieht es fast aus, jedenfalls wenn es nach den Mineralölgesellschaften geht, die der Umweltaktivist scharf kritisiert: „Die Ölfördergesellschaften zwingen uns eine Zukunft auf, die uns umbringt.“ Aber bei einem Gewinn von 375 Millionen Dollar pro Tag ist das anscheinend nicht so wichtig.

Die Lösung:

Klimaschutzkampagnen in Amerika (Foto: planet a. auf flickr)

350org ist das größte Klimaschutz-Netzwerk in Amerika (Foto: planet a. auf flickr)

Wenn man wie David gegen die größten und mächtigsten Konzerne der Welt vorgehend will, braucht man Unterstützung. Das weiß auch der Amerikaner. Und er findet sie: in Universitäten, im Internet, auf den Straßen. Die Demonstrationen der Umwelt- und Klimaaktivisten in Amerika nehmen gewaltige Ausmaße an. Es zeichnet sich ein ähnliches Bild ab wie hierzulande. „Nicht nur Hippies und Umweltschützer sind dort“, sagt eine Teilnehmerin im Film ‚Do this math‚, „sondern Farmer, Akademiker und Firmenbosse. Leute ganz unterschiedlicher Herkunft. Es sind Großeltern, Mütter und Väter.“

Bill McKibben will sie dazu bringen, den Ölkonzernen den finanziellen Gewinn zu entziehen. „Wenn wir die Welt retten wollen, müssen wir aufhören in das zu investieren, was sie zerstört.“ Er fordert die großen Konzerne, Universitäten, aber auch jeden Einzelnen auf, sämtliche Beteiligungen zu veräußern und die Aktienkurse der Ölgesellschaften damit in den Keller purzeln zu lassen.

Außerdem müsse das Wirtschaftssystem von Grund auf verändert werden, und hierin sind sich Bill McKibben und Rob Hopkins wieder einig. Erneuerbare Energien, Lokalisierung der Märkte und eine weltweite Zusammenarbeit zur Erreichung nachhaltiger Lösungen müssen so schnell wie möglich umgesetzt werden, um diese riesige Aufgabe zu bewältigen. Der Film schließt – natürlich – mit typisch amerikanischem Pathos: „Wir haben diesen Kampf angetreten“, ruft Bill McKibben in die versammelte Menge vor dem Weißen Haus, „den wichtigsten Kampf in der Geschichte der Menschheit – und gemeinsam werden wir ihn gewinnen!“

Hier seht ihr den kompletten Film (auf englisch):

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