Suffizienz steigern: Das können wir jetzt tun

Foto: Öko-Institut

Wenn alle zusammenarbeiten, können wir etwas bewegen (Foto: Öko-Institut)

Nachdem ich euch gestern ein bißchen mit den neuesten Studien geschockt habe, folgt heute eine positive Meldung. Das Öko-Institut hat ein Memorandum veröffentlicht, das ganz ähnlich argumentiert wie die Transition Bewegung. Angesprochen werden Unternehmen, Politik und Verbraucher. Ich will es euch kurz vorstellen. 

Um etwas zu bewirken, brauchen wir Konzepte, die eine übermäßige Ressourcenausbeutung vermeiden, erneuerbare Rohstoffe nutzen und das Ökosystem langfristig schützen – das ist nicht nur der Transition Town Bewegung klar. Dafür eignen sich drei Strategien: Effizienz, Konsistenz und Suffizienz.

Effizienz = weniger Ressourceneinsatz für den gleichen Konsum.

Konsistenz = Suche nach alternativen, naturverträglichen Technologien.

Suffizienz = Konsummuster verändern.

Alle drei Ansätze sollten sich aus Sicht der Transitioner und auch des deutschen Öko-Instituts* ergänzen.

Foto: greenoid auf flickr

Öfter mal Radfahren (Foto: greenoid auf flickr)

„Effizienz und Konsistenz werden nach heutiger Erkenntnis nicht ausreichen, um den Naturverbrauch eines Industrielands wie Deutschland auf ein nachhaltiges und verallgemeinerbares Maß zu beschränken“, heißt es im aktuellen Memorandum des Öko-Instituts. „Verschiedene Akteure müssen dafür zusammen wirken: Konsumenten, Unternehmen und Politik. Suffizienz wird damit nicht nur zu einer Aufgabe für Einzelne, sondern für die gesamte Gesellschaft.“ Das Institut ruft die Politik auf, nachhaltiges Handeln zu fördern. So sollte z. B. eine bessere Infrastrukturplanung mehr Fuß- und Radwege beinhalten; gezielte Steuern und Gebühren sollten ökologisches Verhalten anregen; Verbrauchsgrenzen für Produkte und Gewährleistungsfristen den Massenkonsum kontrollieren.

„Es empfiehlt sich zudem, politische Maßnahmen gestuft einzuführen. Parallel zu steigendem Problembewusstsein und Wertewandel können nach und nach weitreichendere Maßnahmen möglich werden. So kann eine politisch-gesellschaftliche Dynamik entstehen, die mittelfristig tiefgreifende Änderungen bewirkt. Ein Beispiel dafür ist das Rauchverbot, wodurch das Rauchen innerhalb weniger Jahre aus fast allen öffentlichen (Innen-)Räumen verbannt wurde und an sozialem Status verloren hat.“
Wie wichtig es ist, mit der Politik zusammenzuarbeiten, weiß auch Rob Hopkins. „Wir brauchen die Regierungen, auf lokaler und internationaler Ebene. Aber der politische Prozess wird nicht vorankommen, wenn er nicht untermauert ist von einer engagierten, leidenschaftlichen und informierten Bevölkerung, die den Wandel will.” (mehr zu seinen Überlegungen hier)
* Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängingen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s