Innerer Wandel: „Die Veränderung beginnt bei uns selbst.“

(Foto: greenplaner)

Transition Trainerin Anaim Gräff (Foto: greenplaner)

Innerer Wandel? Tiefenökologie? Was ist das denn, wundere ich mich und frage kurzerhand Transition Trainerin Anaim Gräff. Sie gibt Antworten, ordnet spirituelle Ansätze in die Transition Bewegung ein und gibt einen kleinen Einblick in die Tiefenpsychologie Joanna Macys.

Wie und wann hast Du von TT erfahren?

Als die deutsche Übersetzung des Transition Handbooks rauskam, habe ich diese verschlungen und mich gleich für das erste deutschsprachige Transition Training in Bielefeld im Dezember 2009 angemeldet, um mehr darüber zu erfahren.

In wie fern hat die Bewegung Dein Leben verändert?

Ich sitze nicht mehr so viel in meinem stillen Kämmerlein und überlege „was wäre wenn“, sondern bin aktiv in Kontakt mit anderen Menschen und fühle mich am Puls des Lebens.

Was begeistert Dich an der Transition Bewegung?

Mich begeistert die integrale Herangehensweise mit Kopf, Herz und Händen. Denn um in Verbundenheit mit der Welt zu handeln, muss das was wir wollen, im Herzen gefühlt werden. Da dies in unserer mechanistischen Gesellschaft immer mehr vernachlässigt wurde, sind wir jetzt dort wo wir sind.

Transition verbindet die Arbeit an äußeren Veränderungen (CO2-Sparen, urban gardening etc.) mit einem inneren Wandel. Warum ist es wichtig, auch einen kritischen Blick in sich selbst zu werfen?

Weil äußerer und innerer Wandel einander bedingen. Gandhi äußerte sich dazu folgendermaßen: „Den Wandel den man in der Welt sehen will, muss man selber leben.“ Es ist also notwendig bei sich selbst zu schauen. „Erst wenn sich unser eigenes Bewusstseins, unsere Art des Denkens verändert und wir unser `in der Welt sein´ verstehen, kann sich im Äußeren etwas ändern,“ sagt dazu der Zukunftsforscher Peter Russell.

Wie geht dieser innere Wandel von Statten? Und wie unterstützt Du als Trainerin die aktiven Transitioner bei ihrer tiefenökologischen Veränderung?

Foto: greenplaner

Anaim ist in der Herz & Seele-Gruppe der TI-Tübingen aktiv

Ein bedeutendes Werkzeug ist „Die Arbeit, die wieder verbindet“ von der Tiefenökologin Joanna Macy. Es hilft uns wieder in Verbindung zu kommen – mit uns selber, unseren Mitmenschen und allem Lebendigen um uns herum. Dies ist wichtig, um uns nicht allein zu fühlen und gemeinsam aktiv zu werden. (Hier gibt´s den Workshop als Video-Stream)

Bei meiner Arbeit kommt des weiteren die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall Rosenberg zum Einsatz, die mehr als nur eine Kommunikationstechnik ist. Außerdem verschiedenste psychologische Modelle des Wandels u.a. von Chris Johnstone oder „Systemisches Familienstellen“ nach Bert Hellinger, etc. – Alles Werkzeuge, die uns ermutigen unsere Potentiale zu entwickeln und einzubringen sowie ein respektvolles und kooperatives Miteinander zu leben.

Einige Herz-Seele-Gruppen treten im Internet durch Veranstaltungen wie z.B. „Singen und Tanzen für den Wandel“ in Erscheinung. Das klingt sehr spirituell. Tatsächlich finden wissenschaftlich und spirituell orientierte Menschen bei der Transition Bewegung zusammen – würdest Du dem zustimmen?

Ja, die alten Trennungen (Herz/Hirn, Innenschau/politische Aktivität, etc.) lösen sich auf, weil beide Seiten erkannt haben, dass sie ihre Potentiale zusammenbringen müssen, um die globalen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Viele Menschen kommen ja über eher aktive Bereiche wie das urban gardening zur Transition. Wenn Du einmal die deutschlandweite Lage betrachtest, wie groß ist das Interesse an dem Thema Innerer Wandel/ Herz & Seele-Gruppe?

Bei den Open Space Veranstaltungen der Transition Konferenzen, den Transition (D/A/CH) Netzwerktreffen oder Transition Trainings ist wachsendes Interesse an den Themen Innerer Wandel/Herz&Seele-Gruppe zu erkennen. Der deutschsprachige Transition TrainerInnenpool wird deshalb, wie in England, bald ein Modul für den Inneren Wandel anbieten.

Vielen Dank für das Interview!

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