Biodiversität: Internationaler Tag der Artenvielfalt

Vom Artensterben haben wir genug gelesen, denk ich mir, und durchstöbere das Netz nach laufenden Projekten zur biologischen Vielfalt. Toll, was alles passiert! Die „Dekade biologischer Vielfalt“ verzeichnet so viele gute Ideen – da fällt die Auswahl schwer! Hier meine Favoriten:

Expedition Moor

(Foto: http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de)

Moderne Technologie im Gepäck, aber ganz unmittelbar in der Natur – so geht lernen heute! (Foto: http://www.un-dekade-biologische-vielfalt.de)

GPS-Schnitzeljagd durchs Moor: Um Biodiversität erlebbar zu machen, haben die Uni Osnabrück (Institut für Geoinformatik), die NABU Umweltpyramide GmbH und die Pädagogische Hochschule Heidelberg ein Konzept entwickelt, das trockenen Lernstoff mit viel Spaß verbindet. Erstmal lernen Schüler den Lebensraum Moor ganz normal in der Schule kennen – dann aber dürfen sie eine Forscherreise durchs Huvenhoopsmoor oder Lauenbrücker Moor (Niedersachsen) unternehmen. Dort entdecken sie, ausgerüstet mit einem Moorforscherrucksack, einem GPS-Gerät und einem Smartphone, selbstständig das Untersuchungsgebiet. An verschiedenen Lernstationen werden kleine Forschungsarbeiten, Beobachtungen, Kartierungen und Experimente durchgeführt.

„Verbesserung von Lebensräumen für Fledermäuse“

Foto: Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern

Den bedrohten Fledermäusen gefällt es gut im ehemaligen Bunker (Foto: Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern)

In Bunkeranlagen aus Zeiten der ehemaligen DDR siedeln die Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V (StUN) und der NABU einige seltene Fledermausarten erfolgreich an. Von der artgerechten Sicherung und Optimierung der Bunker halten drei Mopsfledermäuse (vom Aussterben bedroht), fünf Zwergfledermäuse und sechs Fransenfledermäuse sowie 13 Braune Langohren offensichtlich so viel, dass sie hier Quartier bezogen. Außerdem wurden Einschlupfmöglichkeiten für Amphibien geschaffen, die diese frostfrei über den Winter bringt. So sind neben den Fledermäusen auch einige Molcharten wie Kamm- und Teichmolch, Erd- und Wechselkröten sowie diverse Eidechsen eingezogen. Das ist doch mal eine sinnvolle Wiederverwendung des ehemaligen Militärgeländes!

„Pflanzt nicht Worte, sondern Bäume!“ – Schulwälder für Generationen

Foto: Stiftung Zukunft Wald

Mit den Aufforstungen tragen die Schüler aktiv zu der CO2-Reduzierung bei und fördern gleichzeitig die biologische Artenvielfalt. (Foto: Stiftung Zukunft Wald)

In Niedersachsen ging 2011 ein großangelegtes Nachhaltigkeitsprojekt für Schulen an den Start, dank dem bis jetzt an 33 Standorten neue Wälder angelegt wurden. Die Freilandlaboratorien erlauben es, Entwicklungen der Umwelt über lange Zeiträume zu beobachten. Zahlreiche Lerninhalte wie biologische Vielfalt, Klimaschutz oder Ökosysteme können praxisnah und fächerübergreifend behandelt werden. Am Projekt „Schulwälder gegen Klimawandel“ können sich alle Schulformen beteiligen – von der Förderschule bis zum Gymnasium. Durch die Kontakte zu den Förderern des Projektes, den Grundeigentümern, unterstützenden Forstleuten und Umweltverbänden entsteht ein Gemeinschaftsprojekt, dessen Nachhaltigkeit durch einen 30jährigen Nutzungsvertrag garantiert ist.

 

Ansiedelung eines lebenden Fossils

(Foto: C. Pusch)

Ein junger Europäischer Stör kurz vor dem Aussetzen. (Foto: C. Pusch)

Früher war der stattliche Stör in allen größeren Flüssen Europas zu Hause, aber seit 30 Jahren gilt er in Deutschland als ausgestorben. Jetzt will die Bundesregierung ihn wieder in unseren Gewässern ansiedeln. Mit Hilfe von kontrollierten Nachzuchten werden Elterntierbestände in Frankreich und in Deutschland aufgebaut. Inzwischen wurden ca. 10 000 Tiere an der Elbe und ihren Zuflüssen ausgesetzt; um sie nicht aus den Augen zu verlieren, werden Fischer und Angler bei der Überwachung der Wanderbewegungen einbezogen. Die Ergebnisse dieser umfassenden Forschung bilden die Grundlage von Renaturierungsmaßnahmen, z.B. bei der 2010 in Betrieb genommenen Fischtreppe in Geesthacht.

„Am Tannenbaum“: Von der kahlen Hochfläche zur biologischen Vielfalt

(Foto: Biotopverbund biologische Vielfalt "Am Tannenbaum")

Das Grünwidderchen ist nach über 30 Jahren wieder aufgetaucht (Foto: Biotopverbund biologische Vielfalt „Am Tannenbaum“)

Eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 57.000m² wurde im Verlauf von drei Jahren zu einem vielgestaltigen Biotopverbund. Mit Hilfe aller Schulen der Stadt Schwelm konnte die „Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm e.V.“ folgen Artenschutz-Lebensräume anlegen: breite Vogelschutzhecken, ein Waldrand, Feldgehölze, eine Weide für das Rote Höhenvieh und eine Streuobstwiese mit alten einheimischen Obstsorten. Für den Unterricht vor Ort stehen Mikroskope, Bestimmungsliteratur, Untersuchungskoffer und Fangnetze zur Verfügung, denn das Biotop wird regelmäßig von Kindergärten und Schulklassen besucht.

 

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