Cradle to Cradle – was ist das?

Müll trennen, wiederverwerten, vermeiden – es gibt einige Strategien, der wachsenden Vermüllung unserer Welt entgegenzuwirken. Aber wie wäre es, erst gar keinen mehr zu produzieren? Was im ersten Moment so schön, doch ziemlich unwahrscheinlich klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als interessanter Denkansatz.

Bei „Cradle to Cradle“ entstehen Produkte, deren Wiederverwertbarkeit bereits bei ihrem Design mitbedacht wird. Schluss mit Teilabfällen oder Resteverwertung – hier ist alles verwertbar. Die Bestandteile werden entweder zu 100% in technischen Kreisläufen wiederverwertet oder für biologische Kreisläufe kompostiert. Das Vorbild des C2C-Ansatzes ist die Natur: „Abfall“ ist hier nie unbrauchbarer Müll, sondern immer Nahrung in einem ewigen Kreislauf (Details zu den Drei C2C-Prinzipien findest Du hier).

Wer steckt dahinter?

Die Idee stammt ursprünglich vom amerikanischen Architekten William McDonough und dem deutschen Chemiker Michael Braungart und begeistert immer mehr Menschen.

„Der Cradle-to-Cradle-Bewegung hängen keine verspielten Weltverbesserer an, sondern Wissenschaftler, Wirtschaftsverbände und Unternehmer. Sie hoffen auf höhere Produktivität: Ein aktueller Forschungsbericht von McKinsey in Zusammenarbeit mit der Allen MacArthur Foundation rechnet vor, dass sich durch restaurative Kreisläufe bis 2025 pro Jahr eine Billion US-Dollar einsparen ließen.“ (Spiegel Online)

„Es geht nicht darum, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, sondern ihn in ein Feuchtgebiet umzuwandeln“, umschreibt Michael Braungart seine Idee im Interview mit dem Deutschlandradio. „Umweltschutz schreibt bisher meist Verzicht vor – aber nur weil wir etwas Schädliches seltener tun, ist es immer noch schädlich. Wir sollten stattdessen Produkte entwickeln, die von vorneherein nicht mehr schädlich sind.“

Wird das schon umgesetzt?

Cradle to Cradle findet durchaus Anklang. So haben die beiden Ideengeber McDonough und Braungart die 30 größten Firmen Dänemarks, darunter auch Lego, für das C2C-Prinzip gewonnen. Die niederländische Provinz Limburg schmückt sich gar offiziell als erste „Cradle-to-Cradle-Region“. Arnold Schwarzenegger, Brad Pitt, Stephen Spielberg und Cameron Diaz bekennen sich als Fan der Idee und wollen sie umsetzen. Nur in Deutschland fehlt bislang die Resonanz für das C2C-Prinzip.

C2C kommt nach Deutschland

Cradlelution C2C ©Anna Lütje & Nikita Kornev

Der Onlineshop „Cradlelution“ will nur C2C-zertifizierte Produkte anbieten, die 100% wiederverwertbar sind (Foto: Anna Lütje & Nikita Kornev)

Die Innovationskraft ist da, die Nachfrage ist da. „Was fehlt, sind wir“, behaupten Anna Lütje und Nikita Kornev von „Cradlelution„. Das ist eine Plattform, die Hersteller und Käufer zueinander bringt. „Wir haben uns nun mehr als zwei Jahre intensiv mit dem Konzept und der Denkschule von Cradle to Cradle beschäftigt“, erklärt Umweltschutzingenieurin Anna. „Dabei wurden wir immer wieder gefragt, wo man diese Produkte kaufen kann. Nun ermöglichen wir mit unserem Onlineshop für C2C zertifizierte Produkte den Zugang zu intelligent designten, gesunden und umweltfreundlichen Produkten!“ Und die sind nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch noch richtig trendy!

Freilich braucht dieser Onlineshop erstmal eine Starthilfe durch die Crowdfunding-Plattform startnext.com/cradlelution. Hier kannst Du das Projekt unterstützen und Deinen Teil zur C2C-Idee beitragen.

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